Schnuller

Mit der Geburt gilt es für Eltern rund um die Versorgung des eigenen Kindes viele Entscheidungen zu treffen: Welche Windeln sind die besten? Brauche ich ein Windelabo, um optimal vorbereitet zu sein? Wie kann ich die Windelentsorgung möglichst hygienisch gestalten? Möchte ich stillen oder lieber mit der Flasche füttern? Und: Braucht mein Kind direkt nach der Geburt einen Schnuller?

Experten sagen: nein. Denn der natürliche Saugreflex nach der Geburt wird am besten von der Mutterbrust oder mit einer Flasche Säuglingsnahrung gestillt. Erst wenn sich das Trinken nach einigen Tagen oder Wochen gut eingespielt hat, ist der Schnuller zu empfehlen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht den ganzen Tag daran nuckelt, sondern nur ihn nur zur Beruhigung nutzt. So lässt er sich später auch besser wieder abgewöhnen.

Aus welchen Materialien werden Schnuller hergestellt?

Für die Herstellung von Schnullern als Beruhigungssauger kommen zwei verschiedene Materialien infrage: Latex und Silikon. Beide bieten verschiedene Vor- und Nachteile, deshalb sollten Sie individuell nach den Bedürfnissen – und dem Geschmack – Ihres Babys entscheiden.

Latex wird auch als Naturkautschuk bezeichnet und ist ein besonders flexibles und weiches Material, das sogar den ersten Zähnen gut standhält. Jedoch hat der umweltfreundliche Latex einen starken Eigengeruch, den nicht alle Kinder mögen. Zudem ist das Allergiepotenzial höher als bei künstlich hergestelltem Silikon.

  • » Reinigen Sie den Schnuller regelmässig und nicht zu heiss, da er sonst spröde wird.
  • » Empfehlenswert ist es, den Nuggi spätestens nach zwei Monaten auszutauschen, da sich das Naturmaterial leicht verfärbt und schnell altert.

Silikon ist ein künstliches Material, das im Vergleich zum Latex eher unelastisch ist. Achten Sie deshalb bei zahnenden Babys und Kleinkindern immer auf Beschädigungen – und tauschen Sie den Schnuller dann direkt aus. Deutliche Vorteile:

  • » Silikon ist geruchs- und geschmacksneutral und wird deshalb von den meisten Babys gut angenommen.
  • » Schnuller aus Silikon sind sehr langlebig und pflegeleicht. Die Reinigung und Sterilisation ist auch bei hohen Temperaturen gut möglich.

Die Schnullerform macht den Unterschied

Schnuller werden in ganz verschiedenen Formen hergestellt – und jede hat ihre Berechtigung. Zu den symmetrischen Nuggis zählen solche in Kirschkernform:

  • » Sie sind komplett rund und der mütterlichen Brustwarze nachempfunden.
  • » Dadurch ist die Akzeptanz bei den Babys meist am grössten.

Kiefergerechte Schnuller können sowohl symmetrisch als auch asymmetrisch sein:

  • » Symmetrische Nuggis dieser Art sind eher länglich sowie oben und unten oval geformt.
  • » Asymmetrische Beruhigungssauger haben eine sehr flache Form, wobei die untere Seite sehr stark abgeflacht ist.

Ob Sie sich für die klassische Kirschkernform entscheiden oder ein kiefergerechtes Modell wählen, entscheidet ihr Baby vermutlich selbst. Probieren Sie einfach verschiedene Varianten aus, um den Lieblingsschnuller zu finden.

Schnullerketten – praktisches Zubehör für den Nuggi

Spätestens wenn Ihr Baby ein wenig mobiler wird, fällt der Schnuller immer öfter aus dem kleinen Mund. Damit er nicht verlorengeht oder – bei Lauflernkindern – im Schmutz landet, gibt espraktische Schnullerketten. Diese befestigen Sie einfach mit einem Klippverschluss an der Kleidung Ihres Kindes. So ist er sicher aufgehoben und hinterlässt keine bleibenden Spuren auf den Babysachen.

FAQ - Rund um den Schnuller

Welche Schnullergrösse ist für mein Baby geeignet?

Die meisten Hersteller bieten ihre Schnuller in drei verschiedenen Grössen an. Diese richten sich nach dem Alter des Kindes. Üblich sind:

» 0 bis 6 Monate
» 6 bis 18 Monate
» ab 18 Monate

Wählen Sie die Grösse des Schnullers immer dem Alter entsprechend, um Schäden am Kiefer zu vermeiden und Zahnfehlstellungen vorzubeugen.

Wie soll ich den Nuggi reinigen?

Das kommt auf das Alter Ihres Babys und den Verschmutzungsgrad des Schnullers an. Grundsätzlich empfiehlt sich eine fünfminütige Sterilisation mit kochendem Wasser, bevor Sie den Sauger das erste Mal verwenden. Auch bei starken Verschmutzungen oder wenn Ihr Baby jünger als 6 Monate ist, sollten Sie ihn vor der weiteren Verwendung abkochen. Bei leichten Verschmutzungen und einem älteren Kind reicht das kurze Abspülen mit heissem Wasser aus. Unterwegs tun es auch ein paar Feuchttücher.

Wie kann ich den Schnuller abgewöhnen – ein paar Tipps zum Schluss

Im Idealfall gewöhnt sich Ihr Kind den Schnuller irgendwann selbst ab. Ist das bis zum 3. Lebensjahr noch nicht passiert, sollten sie spätestens dann einen gemeinsamen Weg finden. Den Fehlbildungen im Kiefer- und Zahnbereich sowie Störungen der Sprachentwicklung sind häufig auf ein zu langes Nuckeln zurückzuführen.

  • » Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass es den Schnuller nicht mehr braucht.
  • » Finden Sie ein gemeinsames Ritual, um den Schnuller abzugeben (Schnullerbaum, Schnullerfee, etc.).
  • » Seien Sie verständnisvoll beim Abgewöhnen und rechnen Sie mit kleinen Rückfällen.

Kann ein Schnuller beim Stillen Probleme machen (Saugverwirrung)?

Das kann vorkommen, vor allem in den ersten Tagen/Wochen, wenn Stillen noch nicht stabil ist. Tipp: Wenn du stillst, warte mit dem Schnuller bis das Anlegen, die Gewichtszunahme und das Trinkverhalten sicher laufen – und nutze den Nuggi dann gezielt (z. B. zum Einschlafen).

Latex oder Silikon – was ist besser?

- Latex (Naturkautschuk): weich, flexibel, oft robust bei ersten Zähnen – kann aber Eigengeruch haben und ein höheres Allergiepotenzial.

- Silikon: geruchs- und geschmacksneutral, sehr pflegeleicht und gut zu sterilisieren; bei zahnenden Babys auf Risse/Bissspuren achten.

Woran erkenne ich, dass der Schnuller nicht gut passt?

Typische Hinweise:

- Baby spuckt ihn ständig aus oder wirkt unruhig damit
- Druckstellen am Mundbereich
- sehr starkes Nuckeln mit sichtbarer Kieferarbeit
- Schnuller sitzt „zu locker“ oder wirkt zu gross

Dann lohnt sich: andere Grösse oder Form ausprobieren.

Darf ich den Schnuller ablecken, wenn er runterfällt?

Viele Eltern machen das – hygienisch ist es aber nicht ideal (Keimübertragung). Besser: abspülen, Ersatzschnuller dabei haben oder Schnullerbox nutzen.

Sind Schnullerketten sicher – worauf muss ich achten?

Schnullerketten sind praktisch, wenn Babys mobiler werden. Wichtig sind Sicherheitsregeln:

- nicht länger als 22 cm (Strangulationsgefahr)
- auf DIN EN 12586 achten
- regelmässig auf Defekte/Kleinteile prüfen

Kann ein Schnuller die Zahnentwicklung beeinflussen?

Ja – vor allem bei häufigem und langem Nuckeln (viele Stunden täglich, über lange Zeit). Je weniger Nutzungszeit pro Tag und je früher abgewöhnt wird, desto geringer das Risiko.

Wie viele Schnuller sollte man haben?

Praktisch sind 3–5 Stück:

- 1 im Bett
- 1 im Wohnzimmer/Wickeltasche
- 1–2 Ersatz (bei Verlust/Runterfallen)
- ggf. 1 für Kita/unterwegs

Was tun, wenn mein Baby nur mit Schnuller einschläft?

Sanfter Weg:

- Schnuller nur zum Einschlafen geben
- wenn das Baby tief schläft, vorsichtig entfernen
- Alternativen etablieren: Kuscheltier, Schmusetuch, gleiches Einschlafritual
- tagsüber Nutzung reduzieren (das macht die Nacht oft leichter)