Das Baby wickeln – so gehts

Das Baby wickeln – eine Tätigkeit, die in Ihrer Rolle als Eltern jetzt erst einmal zu Ihren Hauptaufgaben gehören und Sie einige Zeit beschäftigen wird. Umso wichtiger ist es natürlich, zu wissen, wie das richtig geht. Hier erläutern wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren kleinen Schatz wickeln, und beantworten viele weitere Fragen, die sich Eltern bei dem Thema stellen. Und schon bald gehen Sie das Windeln genauso selbstverständlich wie Ihre anderen Aufgaben an.

Pflege und Streicheleinheiten fürs Baby – beim Wickeln die Bindung stärken

Ihr Kind wickeln Sie mehrmals am Tag – vom Zeitpunkt der Geburt bis ins Kleinkindalter hinein, tags und meist auch nachts. Bei einem Säugling greifen Sie noch viel häufiger zu einer frischen Windel als bei einem Kleinkind – sechs- bis zehnmal täglich sind in der Anfangszeit vollkommen normal.

So glücklich frisch gebackene Eltern auch über den Nachwuchs sind, so schwierig ist es für sie oftmals, nach der Schwangerschaft in den neuen Alltag hineinzufinden. Unsicherheiten und viele Fragen sind in den ersten Monaten jedoch vollkommen normal und legen sich mit der Zeit. Mit den richtigen Tipps werden die Babypflege und das Wickeln aber ganz schnell Routine.

Wenn Sie Ihr Baby wickeln, geht es um mehr als nur die reine Körperpflege. Denn währenddessen verbringen Sie Zeit mit Ihrem Schatz, sind ihm nah und können die Gelegenheit beim Wickeln für gemeinsame Momente nutzen.

Schmusen Sie mit Ihrem Baby, während Sie seine Windel wechseln. Verwöhnen Sie Ihr Kind mit Streicheleinheiten und sprechen Sie währenddessen mit ihm, damit es mit Ihrer Stimme vertraut wird. Dabei können Sie ihm erklären, was Sie gerade tun. So halten Sie Ihren Säugling nicht nur sauber, sondern festigen gleichzeitig Ihre Eltern-Kind-Bindung – eine der wichtigsten Grundlagen für einen guten Start ins Leben!

Wo das Baby wickeln?

Ihr Baby wickeln können Sie im Prinzip überall. Am praktikabelsten erweist es sich, wenn Sie sich einen festen Wickelplatz einrichten, an dem alle Utensilien zum Windeln in Griffweite stehen. Eine Wickelkommode bietet ausreichend Platz für Babys unterschiedlicher Grösse sowie genügend Stauraum für Handtücher und Wechselkleidung. Ausserdem schonen Sie durch die Höhe der Wickelkommode Ihren Rücken, wenn Sie mit dem Baby beschäftigt sind. Ob Sie die Wickelkommode im Kinderzimmer, Schlafzimmer oder Bad aufstellen und Ihr Baby dort wickeln, ist reine Geschmackssache sowie eine Frage der Platzverhältnisse. Damit Babys beim Wickeln nicht frieren, gerade in den Wintermonaten, kommt Ihnen ein Heizstrahler über dem Wickelplatz zugute.

Was Sie zum Wickeln brauchen

Bis Ihr Kind trocken ist, vergeht einige Zeit – und bis dahin brauchen Sie vor allem eines: Windeln in ausreichender Stückzahl sowie der aktuellen Grösse. Welche Windel Sie dafür verwenden, müssen Sie ausprobieren. Ob Schweizer Pingo-Windeln oder eine andere Marke – wichtig ist, dass Baby und Eltern damit klarkommen. Neben der Saugstärke entscheiden hierbei vor allem die Inhaltsstoffe der Windel. Als besonders nachhaltig und umweltschonend gilt beispielsweise die Swilet-Biowindel.

Darüber hinaus gibt es noch einige Hilfsmittel, die Ihnen die Arbeit erleichtern, wenn Sie Ihr Baby wickeln:

  • eine abwaschbare Wickelunterlage,
  • einen weichen Waschlappen, ein mit Babyöl getränktes Tuch oder Feuchttücher,
  • ein Handtuch,
  • Wechselkleidung für das Baby,
  • ein Windeleimer oder ein vergleichbares Gefäss für die unkomplizierte Windelentsorgung
  • sowie Wundschutzcreme und andere Pflegeprodukte.

Wie oft das Baby wickeln?

Wie oft das Baby eine neue Windel benötigt, lässt sich nicht mit Allgemeingültigkeit sagen. Als Faustregel gilt jedoch:Sobald die Windel nass oder voll ist, ist es an der Zeit für einen Windelwechsel. Denn ein sauberer und trockener Po trägt nicht nur zum Wohlbefinden Ihres Babys bei – damit beugen Sie auch am besten wunden Stellen im empfindlichen Windelbereich vor.

Wann das Baby wickeln?

vorhersagen, sondern ist eine äusserst individuelle Angelegenheit. Am besten empfiehlt es sich, dafür eine bestimmte Routine zu entwickeln und Ihren Nachwuchs nach jeder Mahlzeit zu wickeln. Denn während des Trinkens machen die meisten Kinder die Windel voll. Auch am Morgen nach dem Aufstehen sowie am Abend vor dem Schlafen sollten Sie Ihrem Baby die Windeln wechseln.

Bei einem Neugeborenen kommen dabei am Tag etwa sechs bis zehn Einwegwindeln zusammen, sodass sich ein Windelabo schnell auszahlt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit der Windelwechsel ab und spätestens Höschenwindeln vereinfachen die Babypflege enorm. Bis dahin haben Sie Ihr Kind aber so oft gewickelt, dass Sie die Technik selbst im Schlaf perfekt beherrschen.

Das Baby unterwegs wickeln

Mit einem Baby lässt sich der Tag schlecht planen – auch das Wickeln. So wird das Kleine oft genug unterwegs ebenfalls eine neue Windel benötigen. Deshalb gehört die Wickeltasche mit allen erforderlichen Utensilien für Eltern zur Grundausstattung:

Steht Ihnen kein Wickeltisch zur Verfügung, können Sie Ihr Baby einfach auf eine Einmalwickelunterlage legen. Damit können Sie es auf jedem ebenen Untergrund wickeln – auf einem Tisch, einem Sofa oder im Sommer sogar auf einer Wiese oder Parkbank.

Wie das Baby richtig wickeln?

Die Windel ist voll? Mit dieser Anleitung kann nichts schiefgehen.

  1. Bevor Sie Ihrem Baby eine neue Windel anlegen, müssen Sie sich gründlich die Hände waschen.
  2. Liegt das Kleine auf dem Rücken und ist im Windelbereich entkleidet, können Sie die Windelverschlüsse lösen.
  3. Bei einer vollen Windel empfiehlt es sich, dem zarten Babypo eine erste Grobreinigung zu unterziehen. Wischen Sie dabei von vorn nach hinten.
  4. Um die Windel zu entfernen, müssen Sie nun den Po anheben. Dabei kommt es auf die richtige Grifftechnik an: Umfassen Sie als Rechtshänder den linken Oberschenkel Ihres Babys und beugen Sie diesen vorsichtig im Hüftgelenk, während das andere Beinchen auf Ihrem Unterarm aufliegt.
  5. Klappen Sie die schmutzige Windel nun zur Hälfte nach innen und entfernen Sie diese.
  6. Säubern Sie gründlich den Genitalbereich mit Feuchttüchern oder einem feuchten Waschlappen.
  7. Heben Sie nun erneut den Po mit der beschriebenen hüftschonenden Grifftechnik an und reinigen Sie diesen sorgfältig.
  8. Legen Sie Ihrem Baby erst dann eine frische Windel an, wenn der Babypo richtig trocken Dazu können Sie den Nachwuchs auch eine Weile ohne Windel frei strampeln lassen. Ist Babys Po leicht gerötet und etwas wund, können Sie eine dünne Schicht Wundschutzcreme auftragen, um den Heilungsprozess zu unterstützen.
  9. Heben Sie dann den trockenen Po an und schieben Sie die Windel zur Hälfte darunter. Ziehen Sie die andere Hälfte jetzt zwischen den Babybeinen hindurch nach vorn und verschliessen Sie die Windel mit dem Klettverschluss.

So sitzt die Windel richtig

Windeln sollten weder zu fest noch zu locker sitzen. Zu eng schnürt sie das Baby ein und verhindert die Luftzirkulation, sodass es leicht zu Entzündungen kommen kann. Eine zu lockere Windel verrutscht schnell und hält nicht ausreichend dicht. Als Richtwert für den perfekten Sitz gilt: Lässt sich zwischen Windel und Baby kein Finger mehr schieben, ist sie zu eng und Ihr Kind kann sich wund reiben. Bei einem Neugeborenen, bei dem die Reste der Nabelschnur noch nicht abgefallen sind, muss die Windel unterhalb des Nabels verschlossen werden.

Die wichtigsten Tipps zum Windeln wechseln

Der wichtigste Tipp

wenn Sie Ihr Baby wickeln, lautet: Lassen Sie den kleinen Schatz niemals unbeaufsichtigt auf der Wickelkommode allein. Stürze passieren schneller, als Sie denken. Dank unserer weiteren Tipps werden Sie ganz schnell zum Windelexperten.

Das Baby beschäftigen

Und was macht das Baby, während Sie ihm die Windel wechseln? Wenn Sie nicht gerade mit ihm schmusen, können Sie es mit vielerlei Dingen beschäftigen. Wie wäre es mit einem Mobile über dem Wickeltisch? Bewährt hat sich auch ein kleines Spielzeug, das Sie Ihrem Kind nur beim Windelwechseln geben.

Mädchen wickeln

Wenn Sie ein kleines Mädchen wickeln, sollten Sie immer darauf achten, dass Sie beim Saubermachen von vorn nach hinten wischen. So verhindern Sie, dass Darmkeime in den Genitalbereich gelangen, wo sie Infektionen verursachen können.

Jungs wickeln

Bei einem Jungen ist beim Wickeln besondere Obacht geboten, damit sich nicht eine kleine Dusche über Sie ergiesst. Daher etwas Abstand oder ein Tuch vor den Genitalbereich halten, sobald Sie die alte Windel entfernt haben. Auf keinen Fall sollten Sie beim Säubern die Vorhaut zurückschieben. Dies ist bei Babys noch nicht möglich. Die Verklebung löst sich in den ersten Lebensjahren meist von ganz allein.

Wenn Sie dem kleinen Jungen eine frische Windel anlegen, sollte der Penis immer nach unten zeigen, damit der Urin auch definitiv darin landet.

Im Stehen wickeln

Wenn das Baby zum Kleinkind wird, will es zunehmend die Welt um sich herum entdecken und lässt sich immer schwerer zum Wickeln bewegen – gerade im Liegen. Hier empfiehlt es sich, die Windel im Stehen zu wechseln. Dafür sind Höschenwindeln perfekt.

FAQ – wichtige Fragen zum Windeln wechseln

Warum schreit mein Baby beim Wickeln?

Das kann verschiedene Gründe haben. Zunächst einmal ist gerade neugeborenen Kindern die Wickelsituation fremd. Sie müssen sich erst daran gewöhnen. Vielleicht hat das Baby aber auch gerade Hunger und möchte nicht gewickelt werden. Oder ihm ist kalt – hier hilft ein Heizstrahler über der Wickelunterlage. Möglicherweise möchte es im Augenblick auch viel lieber kuscheln und von Mama oder Papa getragen werden. Mit der Zeit wird es Ihnen als Eltern immer besser gelingen, die Signale Ihres Lieblings zu erkennen sowie den besten Zeitpunkt, wann Sie Ihr Baby wickeln sollten. Wenn die Windel aber schon richtig voll ist, sollten Sie diese möglichst schnell wechseln, um Wund sein und Entzündungen vorzubeugen, die Ihrem Schatz oftmals starke Schmerzen bereiten.

Wann das Baby wickeln – vor oder nach dem Stillen?

Weil viele Babys während des Stillens in die Windel machen, ist nach der Mahlzeit ein guter Zeitpunkt zum Wickeln. Bei Neugeborenen, die schnell wieder einschlummern, empfehlen Hebammen manchmal auch, nach dem Stillen mit der ersten Brust die Windel zu wechseln und im Anschluss mit der zweiten Brust weiterzumachen.

Warum entwickelt das Baby immer wieder Hautirritationen?

Kommt es trotz umsichtiger Pflege immer wieder zu Hautirritationen an Babys Po, sollten Sie am besten einmal die Windelmarke wechseln. Vielleicht probieren Sie Ökowindeln, die auf mitunter schädliche Inhaltsstoffe verzichten.

Welche Windelgrösse ist die richtige für mein Baby?

Die passende Windelgrösse richtet sich vor allem nach dem Gewicht deines Babys. Sitzt die Windel gut am Bauch und an den Beinbündchen, ohne einzuschneiden, ist die Grösse meist korrekt. Wenn sie häufig ausläuft oder Abdrücke hinterlässt, ist oft ein Grössenwechsel sinnvoll.

Wie erkenne ich, ob die Windel richtig sitzt?

Eine Windel sitzt richtig, wenn Bauchverschluss sicher schliesst, die Beinbündchen sauber anliegen und keine Lücken entstehen. Wichtig: Die Bündchen an den Beinen nach aussen streichen, damit sie zuverlässig abdichten und das Baby trotzdem Bewegungsfreiheit hat.

Was tun, wenn die Windel ständig ausläuft?

Prüfe zuerst den Sitz (Beinbündchen, Klettverschluss, Nässeindikator/Position). Häufige Ursachen sind: Windel zu gross/zu klein, Bündchen nach innen geklappt oder zu selten gewechselt. Bei starkem Nässen kann auch eine Windel mit höherer Saugstärke helfen.

Wie oft sollte man ein Neugeborenes wickeln?

In der ersten Zeit sind 6–10 Windelwechsel pro Tag ganz normal. Als Faustregel gilt: Sobald die Windel nass oder voll ist, wechseln – das unterstützt Babys Wohlbefinden und hilft, wunde Stellen zu vermeiden.

Wickeln in der Nacht – muss ich mein Baby wecken?

Wenn die Windel nur leicht nass ist und dein Baby ruhig schläft, kannst du oft bis zum nächsten Wachmoment warten. Bei Stuhlgang oder sehr voller Windel ist ein schneller Wechsel sinnvoll, um Hautreizungen vorzubeugen. Eine ruhige Routine (gedimmtes Licht, wenig Action) hilft dabei.

Was brauche ich unbedingt am Wickelplatz?

Praktisch ist ein fester Wickelplatz, an dem alles griffbereit liegt: Windeln, Wickelunterlage, Feuchttücher oder Waschlappen, Handtuch, Wechselkleidung, Windeleimer/Entsorgung und bei Bedarf Wundschutzcreme. So wird Wickeln schneller und stressfreier.

Was gehört in die Wickeltasche für unterwegs?

Für unterwegs empfiehlt sich eine kleine Grundausstattung: 2–3 Windeln, Wickelunterlage, Feuchttücher, Spucktuch, Wechselkleidung und eine Plastiktüte für die Entsorgung. Damit bist du auch ohne Wickeltisch flexibel.

Wie reinige ich den Babypo richtig (und warum „von vorn nach hinten“)?

Zur ersten Grobreinigung wird empfohlen, von vorn nach hinten zu wischen – so gelangen weniger Keime in den Intimbereich. Danach sanft reinigen (Waschlappen/Feuchttücher) und den Po gründlich trocken tupfen, besonders in Hautfalten.

Feuchttücher oder Wasser/Waschlappen – was ist besser?

Beides ist möglich: Viele nutzen Feuchttücher unterwegs und Wasser + weichen Waschlappen zu Hause. Entscheidend ist, dass die Haut danach gut trocken ist und dein Baby die Produkte gut verträgt.

Was ist beim Wickeln auf der Wickelkommode aus Sicherheitsgründen wichtig?

Der wichtigste Punkt: Baby niemals unbeaufsichtigt auf der Wickelkommode lassen – Stürze passieren sehr schnell. Lege alles Nötige vorher bereit, damit du immer eine Hand am Baby behalten kannst.

Ab wann klappt Wickeln im Stehen – und welche Windeln eignen sich dafür?

Sobald Babys zu Kleinkindern werden und sich im Liegen stark bewegen, ist Wickeln im Stehen oft einfacher. Dafür eignen sich besonders Höschenwindeln/Pants, weil sie schnell an- und auszuziehen sind.